Kerstens Laufereignisse

All die lieben Erinnerungen an die "Einsamkeit"

Archiv für die Kategorie ‘Marathon’

Sonntags wird gelaufen ..

Geschrieben von Nagetier - 13. Dezember 2009

. und zwar etwas länger. So war’s und so wird’s jetzt auch wieder sein. Alle Wehwehchen scheinen (vorsichtig ausgedrückt) auskuriert, die Schweinische Grippe oder was auch immer es war hat sich verkrümelt, das Muskulaturgebilde hat sich ordentlich regeneriert und so wird jetzt zielstrebig trainiert. Vorbei die faulen Tage am Schreibtisch oder auf der RECOM-Couch vorm Fernseher. Obwohl man sich da gut weiterbilden kann. “Runnersworld”, “Das Große Buch vom Marathon”, “Laufbibel” … die Belletristik des Läufers eben.

Nachdem ich gestern eine Tempoeinheit, intensive Intervalle über 400m, hatte, war ich heute sehr gespannt der Nachwehen wegen. Mein Herzilein hatte gestern doch ganz schön zu tun, um die Vorgaben zu erreichen. Da aber die Geschwindigkeiten vom ersten bis zum letzten Stint eingehalten wurden, kann’s nicht zu schnell gewesen sein.

Pulsdiagramm für Training am 12.12.2009Heute dann gings nach ausgiebigem Frühstück und tausend anderen erledigten Dingen, die die Welt nicht braucht, gegen halb elf auf die Piste. Die Streckenwahl, mein ewiges Leiden, war bis zum Start nicht klar. Doch als mein heimlicher Zumstartpunktfahrer anscheinend mit anderen Dingen befasst oder das Scheibenkratzen vermeiden wollte, entschied ich mich für ein Strecke, die ich fühlbar ein Jahr nicht mehr gelaufen war.

Der Schwerpunkt war heute lange laufen und schön locker bleiben. Die Nacht hatte zwar den Frost, aber nicht den erwarteten Schnee bebracht. Also vermummte ich mich auf die bekannte Art, verstöpselte mich mit der Musik und los gings bei herrlichem Sonnenschein. Alles lief bestens, solange man sich in der Sonne aufhielt. Nach 2 Kilometern war dann auch das anfängliche Frieren vorbei und ich genoss die zugfrorenen Pfützen und den Reif auf den Feldern. Außerdem war heute einer dieser seltenen Tage, an denen bei uns Windstille herrschte. Herrlich.

Nach 7 Kilometern hatte ich Rottmannshagen erreicht und schwenkte in der Ortmitte, also bei Haus 10 (oder so) in Richtung Rützenfelder See. Jetzt wurde es frisch. Die Sonne durchdrang nicht den entlaubten Wald und es wurde richtig frostig. Meine bereits verpackten Handschuhe schützen wieder meine Hände. Jedoch die Oberschenkel waren nur durch meine neue Adidas Tight vom Frost getrennt. Hier erwartete mich auch ein echter, kleiner Anstieg. 30 HM wollten die nächsten 500 m “erklommen” werden. “Oben” angekommen, gings nicht nur gelände- sondern auch Pulstechnisch bergab. Als ich den Plattenweg nach Kittendorf befüßelte, kehrte  auch endlich die Sonne zurück. So war die Welt in Ordnung. Völlige Stille, dazu ein Lauftempo von 6 min/km. So werden Mitichondrien gezüchtet.

In der Ortslage Vosshagen traf ich außer einem Hund natürlich wieder keinen Menschen. Die Wahscheinlichkeit, von den geschätzten 20 Einwohnern einen umzurennen ist ja auch sehr gering.  Kurz vor der L203 piepste der 11. Kilometer und alles war noch bestens. Herzilein schlug wie gewünscht, Muskulatur fühlte sich gut an …

Also schlug ich mich in den Wald und erreichte nach 1500 Metern Pribbenow. Der Weg dorthin schien meinem rechten Fuß nicht so gut bekommen zu sein. Der Vorderfuß meldete SOS. Zum Glück wars nach kurzer Zeit wieder vorbei. Anpassungsreize halt. Aber muss man deshalb so einen Alarm machen (Tröte). Im Ort steckte der eine oder andere die Nase aus dem Haus. Aber wirkliche Aktivitäten werden bei -4°C auch nicht entfaltet. Hinterm Zwergenwald ging an der Waldkante nach Stavenhagen. Kurz vorm Areal der Laubenpieper endschied ich mich für einen Schwenk am Wasserwerk vorbei. Die geplanten 17 km wollen ja auch erreicht sein. Und so sockte ich zum 1000-sten Male die Wallstraße entlang, die Karl-Marx Straße (jetzt Neue Straße) hinauf und erreicht über die Reuterterassen die Weststadt.

Die Uhr zeigte 1:46 Std.. Es wurde Zeit für’s Mittagessen. My Wife wollte auch schon einen Suchtrupp losschicken, da ich meine angesagte Ankunft doch beträchtlich überschritten hatte. Na aber so ist das bei Pulsläufen – nix genaues weiss man nicht.

Trainingsergebnisse: 17,25 km in 1:46:14 Std. = 6:09 min/km.

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Keine Blumen gepflückt

Geschrieben von Nagetier - 10. Dezember 2009

Die Motivation bei diesen Abendläufen ist doch eine ganz unterschiedliche. Heute verspürte ich mal wieder die Lust zur Bewegung. Dieses Gehocke den lieben, langen Tag kann einen schon auf den Zeiger gehen. Da bist Du am Abend froh, mal ne Runde auf den Füßen zu sein und die gestauchten Körperteile ihrer natürlichen Bestimmung zuzuführen.

Heute war ein laaaangsamer Dauerlauf dran. Aber gerade das ist momentan das Problem. Die Pulse spielen ein bisschen verrückt. Du kannst die Grashalme am Wegesrand zählen, schaust auf die Uhr – Puls 80% HFmax. Nicht zu fassen. So ähnlich lief es auch heute wieder ab. Zweiundachtziger Puls bei einem Tempo von 6 Minuten und das beim ersten Kilometer, wo Du noch auf Touren kommen musst. Nicht zu fassen. Na ja, ab Kilometer 2 liefs besser – vielleicht gibt der Gurt auch den Geist auf, denn an der Batterie kanns nicht mehr liegen.

Ich glaub, ich muss mal den Reservegurt suchen oder einfach weiter nach Gefühl laufen. Man soll sein Leben nicht an technische Apparate hängen. Vielleicht sollte ich mal ohne den ganzen technischen Schnickschnack laufen, dann hätte ich schon eine Sorge weniger.

Nichts desto trotz war es ein sehr schöner Laufabend. Kein Stress, kein Wind, denn ich war meine meiner Bankräuberkappe unterwegs und auch meine Gliedmaßen tun das, wofür sie mal angebaut wurden. Sie versehen klaglos ihren Dienst.

Nach  57 Minuten kehrte ich heim und hatte knapp 9,4 km Grashalme beobachtet. Macht ca 6 min/km. Langsamer werde ich beim besten Willen nicht laufen – ist ja schon fast wie Golf spielen. Viel langsamer sind die auch nicht von Loch zu Loch unterwegs (buggymäßig, versteht sich).

Morgen wir regeneriert und was für die Rumpfmuskulatur getan, um dann am Samstag endlich mal wieder zu intervallen.

Hier noch meine heutige Schuhbesohlung.

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Ich bin ein Marathoni

Geschrieben von Nagetier - 20. September 2009

Heute habe ich den großen Durchbruch zur Marathonszene geschafft. Ab heute gehöre ich zu der Handvoll Läufer, die 42,195 km am Stück laufen können.

Nach 3:37:47 Stunden war ich im Ziel des 27. Baden-Marathon in Karlsruhe. Jetzt bin ich zufrieden mit mir und der Welt und freue mich auf weitere schöne Marathons, wie den am heutigen Tag.

Lieben Dank an meine treuen Begleiterer Anne und Björn, die mich wieder super motiviert, schöne Bilder geschossen (diese nach unserem Trekkingurlaub) und mir meinen ersten Marathon unvergesslich gemacht haben.

Nun wird pausiert, regeneriert und resümiert. Mein rechtes Knie muss heilen und der rechte Zeigezehennagel nachwachsen. Ansonsten gab es keine Verluste, aber sehr viele neue Erfahrungen.

Hier meine Urkunde Baaden Marathon 2009

Ergebnis Baaden Marathon 2009 Kersten

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