. und zwar etwas länger. So war’s und so wird’s jetzt auch wieder sein. Alle Wehwehchen scheinen (vorsichtig ausgedrückt) auskuriert, die Schweinische Grippe oder was auch immer es war hat sich verkrümelt, das Muskulaturgebilde hat sich ordentlich regeneriert und so wird jetzt zielstrebig trainiert. Vorbei die faulen Tage am Schreibtisch oder auf der RECOM-Couch vorm Fernseher. Obwohl man sich da gut weiterbilden kann. “Runnersworld”, “Das Große Buch vom Marathon”, “Laufbibel” … die Belletristik des Läufers eben.
Nachdem ich gestern eine Tempoeinheit, intensive Intervalle über 400m, hatte, war ich heute sehr gespannt der Nachwehen wegen. Mein Herzilein hatte gestern doch ganz schön zu tun, um die Vorgaben zu erreichen. Da aber die Geschwindigkeiten vom ersten bis zum letzten Stint eingehalten wurden, kann’s nicht zu schnell gewesen sein.
Heute dann gings nach ausgiebigem Frühstück und tausend anderen erledigten Dingen, die die Welt nicht braucht, gegen halb elf auf die Piste. Die Streckenwahl, mein ewiges Leiden, war bis zum Start nicht klar. Doch als mein heimlicher Zumstartpunktfahrer anscheinend mit anderen Dingen befasst oder das Scheibenkratzen vermeiden wollte, entschied ich mich für ein Strecke, die ich fühlbar ein Jahr nicht mehr gelaufen war.
Der Schwerpunkt war heute lange laufen und schön locker bleiben. Die Nacht hatte zwar den Frost, aber nicht den erwarteten Schnee bebracht. Also vermummte ich mich auf die bekannte Art, verstöpselte mich mit der Musik und los gings bei herrlichem Sonnenschein. Alles lief bestens, solange man sich in der Sonne aufhielt. Nach 2 Kilometern war dann auch das anfängliche Frieren vorbei und ich genoss die zugfrorenen Pfützen und den Reif auf den Feldern. Außerdem war heute einer dieser seltenen Tage, an denen bei uns Windstille herrschte. Herrlich.
Nach 7 Kilometern hatte ich Rottmannshagen erreicht und schwenkte in der Ortmitte, also bei Haus 10 (oder so) in Richtung Rützenfelder See. Jetzt wurde es frisch. Die Sonne durchdrang nicht den entlaubten Wald und es wurde richtig frostig. Meine bereits verpackten Handschuhe schützen wieder meine Hände. Jedoch die Oberschenkel waren nur durch meine neue Adidas Tight vom Frost getrennt. Hier erwartete mich auch ein echter, kleiner Anstieg. 30 HM wollten die nächsten 500 m “erklommen” werden. “Oben” angekommen, gings nicht nur gelände- sondern auch Pulstechnisch bergab. Als ich den Plattenweg nach Kittendorf befüßelte, kehrte auch endlich die Sonne zurück. So war die Welt in Ordnung. Völlige Stille, dazu ein Lauftempo von 6 min/km. So werden Mitichondrien gezüchtet.
In der Ortslage Vosshagen traf ich außer einem Hund natürlich wieder keinen Menschen. Die Wahscheinlichkeit, von den geschätzten 20 Einwohnern einen umzurennen ist ja auch sehr gering. Kurz vor der L203 piepste der 11. Kilometer und alles war noch bestens. Herzilein schlug wie gewünscht, Muskulatur fühlte sich gut an …
Also schlug ich mich in den Wald und erreichte nach 1500 Metern Pribbenow. Der Weg dorthin schien meinem rechten Fuß nicht so gut bekommen zu sein. Der Vorderfuß meldete SOS. Zum Glück wars nach kurzer Zeit wieder vorbei. Anpassungsreize halt. Aber muss man deshalb so einen Alarm machen (Tröte). Im Ort steckte der eine oder andere die Nase aus dem Haus. Aber wirkliche Aktivitäten werden bei -4°C auch nicht entfaltet. Hinterm Zwergenwald ging an der Waldkante nach Stavenhagen. Kurz vorm Areal der Laubenpieper endschied ich mich für einen Schwenk am Wasserwerk vorbei. Die geplanten 17 km wollen ja auch erreicht sein. Und so sockte ich zum 1000-sten Male die Wallstraße entlang, die Karl-Marx Straße (jetzt Neue Straße) hinauf und erreicht über die Reuterterassen die Weststadt.
Die Uhr zeigte 1:46 Std.. Es wurde Zeit für’s Mittagessen. My Wife wollte auch schon einen Suchtrupp losschicken, da ich meine angesagte Ankunft doch beträchtlich überschritten hatte. Na aber so ist das bei Pulsläufen – nix genaues weiss man nicht.
Trainingsergebnisse: 17,25 km in 1:46:14 Std. = 6:09 min/km.

