Kerstens Laufereignisse

All die lieben Erinnerungen an die "Einsamkeit"

Archiv für die Kategorie ‘Halbmarathon’

Das Ende – 3.Start beim Morgenpostmarathon in Dresden

Geschrieben von Nagetier - 21. Oktober 2009

Nach unserem tollen Urlaub auf La Palma wurde noch ein würdiger Saisonabschluss gesucht.

Eigentlich war der Lauf in Dresden in meinem Laufevents 2009 ja bereits vorgeplant. Da ich an diesem Ort meinen ersten HM absolvierte, war ja klar, das ich auch wieder starten musste. Auf der Isla Bonita erinnerte mich Anne an den Online Anmeldeschluss (5.10.2009) und so wurde der Entschluss gefasst, erneut einen Marathon zu laufen.

So nahm ich nach den 370 Wanderkilometern den Übergangstrainingsplan zur Hand und bereitete mich durch 3 Läufe auf den Marathon vor.

Die Anreise war bereits am Freitag, sodass wir die Marathonmesse am darauffolgenden Tag intensiv genießen konnten. So gab es endlich für Anne und Björn ein paar neue Laufzwirne, unsere neue Läuferin (später mehr) bekam ein paar schicke Schuhe verpasst und auch für mich gabs ein paar neue X-Socks und neue kurze Laufhose.

Die Wettervorhersagen für den Sonntag waren alles andere als optimal. Auch bei unserer Laufeinheit am Samstag rund ums Schloss Moritzburg begleitete uns der Regen und mit 6 °C waren’s auch nicht die optimalsten Temperaturen.

Das Frühstück im “Garden Cottage”nahmen wir gemeinsam mit anderen Marathonis oder “Halben” oder “10-ern” ein, die es zur frühen Stunde auch nicht im Bett hielt.

Pünklich um 9:00 Uhr waren wir am Ostragehege, wo wir unser Auto parken konnten. Die Bekleidungsfrage war eine ganz schwierige, da es nieselte und um die 4-6 °C “warm” war.

Nach kurzer Erwärmung reihten wir (Anne lief die 10 km) im Startblock B ein, wo die 3:30 Std Läufer stehen sollten. Dreiviertel Hose und langes Laufshirt erwiesen sich dann als die einzig richtige Entscheidung. Allerdings waren die Handschuhe Pflichtbegleitung oder -kleidung.

Nach dem Start merkten wir schnell, das wieder viele das “B” mit dem “W” (Walker) verwechselt und erst mal im 6:00 min/km Tempo lossockten. Also gings wieder mal auf den Fußweg, um die ersten 500 m in den gewünschten Rhythmus zu finden. Da Anne das gleiche Tempo für ihren 10-er, wie ich für den Marathon gewählt, konnten wir schön zusammen laufen. Das war nicht nur neu, sondern machte auch noch riesigen Spaß. Wir versuchten die optimale Linie zu finden und passten den ersten km mit 5 min fast im gewünschten Zieltempo. Beim 2. Kilometer hatten wir dann aber bereits wieder aufgeholt und gingen mit 4:48 durch. Anne hielt gut das Tempo, obwohl sie ja eigentlich “nur” einen züDL vor hatte. Aber das Wettkampffeeling übermannte auch sie.

Kurz nach Kilometer 4 war jeder auf sich gestellt. Anne zweigte kurz vor der Albertbrücke ab, während wir weiter nach Johannstadt Nord sockten. Ich konnte mein Tempo weiter konstant halten. Zu aller Verwunderung wurde die Streckenführung aufgrund der Waldschlösschenbrückenbaustelle geändert. Kurz vor Kilometer 9 hatte Corinna ihren Platz gefunden, die wieder herrliche Fotos schoss.

Kersten kurz vor Kilometer 9

Kersten kurz vor Kilometer 9

Wie man sieht, lehnte ich das angebotene Energie-GEL dankend ab. Warum ich mich nicht mehr an die Absprache erinnern konnte, wurde mir erst später bewusst.

Kilometer 10 sollte ich in 49:10 min absolviert haben und erreichte pünklich bei 49:08 am Kilometerschild. Man war ich stolz. Ab gings durch den großen Garten, nachdem ich am 11. Kilometer erstmalig ISO- Getränke zu mir nahm. Kurz bevor wir das herrliche Waldstück verließen, meldete sich mein rechtes Knie zu Wort. Es lebte also noch und machte früher als erwartet auf sich aufmerksam. In Karlsruhe, vor 4 Wochen, konnte ich bis km 25 ohne die Schmerzen laufen. Na, ja. Es wird schon halten, dachte ich mir. Zwischenzeitig gabs mal wieder ein bisschen Regen, sodass es nicht so staubte.

Kurz vorm 15. Kilometer haderte ich erstmals mit mir, ob ich die verbleibenden 27 km durchhalte. Doch ein Schild mit der Aufschrift “Wecke den Haile in Dir” gab mir Auftrieb. So “traf” ich Corinna kurz hinterm dem Süffelstand beim Kilometer 15.

Süffelstand Kilometer 15

Süffelstand Kilometer 15

Auch hier gabs wieder ein GEL und das vergessene vom Kilometer 8 brachte mir Corinna hinterher – flotten Fußes – cool. Die Vorgabezeit war hier 1:13:45 Std.. Alles paßte mit 1:13:37 Std. perfekt. Zumindest was die Renneinteilung betraf.Leider war ab dem 16. Kilometer mein Knie nun vollends zum Leben erweckt. Ich wunderte mich über die Vielzahl der Läufer, die an mir vorbei kamen. Bei der nächsten Zwischenzeit wußte ich, warum. Mit 5:10 min war ich doch ein wenig langsamer geworden. Trotz Anstrengung sollte sich das auch nicht wesentlich verbessern. Mein Schritt konnte also nicht mehr rund sein. “Sollte es nicht besser werden, gehe ich nach der ersten Runde raus”, so lautete mein Vorsatz. Die nächsten Abschnitte lief ich zwar konstant, aber eben zu langsam, sodass ich bei Kilometer 20 bereits 2 Minuten auf die Zielzeit verloren hatte.

Selbst der erhoffte Schlussspurt zu km 21 verpuffte im Sande. 5:30 min/km für den letzten Kilometer waren nicht normal. Als ich dann endlich das Ziel vor Augen hatte, bereute ich zunächst meine Entscheidung, nicht weiter gefightet zu haben. Die körperlichen Schmerzen im Ziel trösteten mich aber über die seelischen hinweg.

Auch kann ich nicht genau sagen, wie sich mein Puls weiterentwickelt hätte, denn die ersten 17 Kilometer war ich mit Werten von 89 – 91 % HFmax doch recht überhöht unterwegs.

So ließ ich mir die Halbmarathon-Medaille umhängen und war zufrieden, die Saison geschafft zu haben. Ich trank ein paar Becher Tee und aß einige Bananenstücke. Nur wenige, denn so richtig verdient hatte ich es mir ja nicht.?

Nun galt es, die Bodencrew zu informieren. Da der nächste Treff am Kilometer 30 verabredet war, blieb mir nicht anderes übrig, als die 5 km zum Großen Garten zu joggen, wobei ich 2 km die Straßenbahn nutzen konnte. Damit war mein Knie dann völlig im Eimer.

Am “Ziel” gabs dann noch ein Foto vom Finisher. Ich glaube man sieht mir die Enttäuschung an.

Kersten bei km 30 - mit Medaille

Kersten bei km 30 - mit Medaille

Mit dem Rad von Anne gings zum Auto und dann zum Duschen. Ich war völlig durchgefroren und froh, das die Saison vorbei war. Nach 4 10 km Wettkämpfen, 6 Halbmarathons und 1 Marathon war ich so wettkämpfend, wie kein Jahr zuvor. Jetzt habe ich mir erst mal eine Laufpause (gibts sowas überhaupt  ->Laufen ohne Plan) verdient, um dann Ende November in die neue Saison zu starten.

Lieben Dank an mein treues Begleitteam, ohne das ich die Saison so nicht hätte schaffen können.

Kilometer 30

Kilometer 30

Auf dem Weg nach Jena

Auf dem Weg nach Jena

Anmerkung: Anne hat bei Ihrem 10-er eine neue Saisonbestleistung aufgestellt.

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“Trinksucht” macht blind

Geschrieben von Nagetier - 6. September 2009

Der Samstag stand ganz im Zeichen sportlicher Höchstleistungen. Endlich gabs mal wieder einen Testlauf. Es sollten 10 km gelaufen werden – so wollte es der Trainingsplan. ;-)

Also hieß es wie gewohnt kurz vor 6 aufstehen, um dann gegen 07:30 Uhr nach Templin zum 26. Lübbeseelauf aufzubrechen. Ich hatte erneut eine Luxusbegleitung. Anne und Björn nutzen ihren Urlaub, um mich in die Uckermark zu begleiten.

Bei leichtem Nieselregen kamen wir 1 Stunde vor dem offiziellen Start am Seehotel, einem (wahrscheinlich) ehemaligen FDGB Heim, an und ich hatte bereits nach 10 Minuten meine Startunterlagen in der Hand. Ich bekam die Nummer, die meiner gewünschten Alterklassenplatzierung und meiner Hausnummer entsprach, ausgehändigt.

Die offiziell 193 Starter hatten sich gut verteilt. Es war auch sonst recht übersichtlich, wobei die Organisation jedoch perfekt klappte. Aufgrund der doch recht kühlen Temperaturen entschied ich mich für einen etwas wärmeren Laufzwirn. Das Einlaufen verlief bereits im Nieselregen. Pünklich um 10:04 Uhr wurden die 20,5 km-Läufer auf die Strecke geschickt, um 3 Minuten später dem 10-er Feld den Startschuss zu verpassen. Die Langsamanläufer standen auch dieses Mal wieder ganz vorn, sodass es ein wenig ellenbogig zuging (sorry).

Startgerangel im Regen

Startgerangel im Regen

Ich lief zügig an und konnte mich an 7. Position “einreihen”. Es ging durch lichte Wälder und über gut ausgebaute Waldwege. Da ich erstmals einen Wettkampf mit GARMIN’s Foodpad lief, war die Eichung natürlich nicht perfekt. Ich konnte aber mein Tempo gut dosieren und lief die nachfolgenden Kilometer an die 4. Position vor, da sich 3 Jungläufer wieder überschätzt hatten und bereits beim 4. Kilometer (hörbar) Nebenluft zogen. Mittlerweile hatten wir auch die ersten “Halbmarathonis” überholt. Dann endlich und doch unerwartet gabs einen Süffelstand. Trotz der niedrigen Temperaturen (12 °C) und des leichten Nieselregens war die Erfrischung willkommen. Mir gelang es sogar, einige Tropfen der Flüssigkeit in den Mund zu jonglieren, um dann wieder der Meute zu folgen.

Leider verpasste ich dabei irgendwie die 5. Kilometermarkierung. Auch konnte ich die spätere Siegerin, die zum Zeitpunkt noch auf Rang 3 lief, nicht mehr sehen. Wo war er hin, der lange blonde Zopf? Jetzt wurde es hügelig und nach einigen Überholmanövern konnte ich das klitzekleine 6 km Schild am Wegesrand ausmachen. Vielleicht hätte man doch einen anderen Schildersponsor wählen sollen. Gegen die kleinen Schilder sind ja unsere Eichenlauf-Markierungen Plakate. Irgendwas war nicht in Ordnung, das Geläuf wurde immer welliger? Ich hatte das im Laufbericht der Halbmarathonstrecke gelesen. Mir schwahnte etwas. Nach 4:22 war km 7 erreicht und ich war mir nun fast sicher, das ich den Abzweiger für die 10 km Läufer verpasst hatte.

Was tun? Umkehren? Oder kommt die Wende doch noch? Am Kilometer 8 war ich mir sicher, hier komme ich die nächsten 2 Kilometer nicht ins Ziel! Ich Depp. Am Start hatte ich mich über 2 Läuferinnen gewundert, die sich im letzten Jahr verlaufen hatten und mich nach der Beschilderung fragten. Ich gab dabei meine Entdeckungen des Einlaufens zum Besten. Und auch in den alten Ergenislisten gabs es 10 km Zeiten, die denen eines HM entsprachen.

Nun war ich selbst betroffen. Ich musste mich am Verpflegungsstand verfranst haben. Was sollte ich tun? Umkehren? Abbrechen? Oder einfach nur sauer sein? Nix von alle dem war konstruktiv. Ich kriegte meine Zweifel recht zügig in den Griff und beschloss, die 10 km voll zu machen und dann zu entscheiden. Auf den folgenden Kilometern erreichte ich dann den höchsten Punkt der Strecke, der mit km 10 beschriftet war. An eine neue 10-er Bestzeit war nicht zu denken. Trotzdem legte ich zur Verwunderung meiner “Nachläufer” einen “Zielsprint” hin und ging mit ner hochen 43-er Zeit durch.

Nach kurzer Gehpause – ich musste meinen Gehirnskasten mit zusätzlichem Sauerstoff versorgen – entschloss ich mich, im Marathonrenntempo weiterzulaufen. Ich durfte es nur nicht übertreiben. In 14 Tage ist bereits der Marathon und eigentlich läuft man so kurz vorher keinen “Halben” mehr.

Also nahm ich mir vor, zwischen 4:45 und 5:00 min erst mal bis km 15 zu laufen. Schnell fand ich einen Laufpartner, dem ich bis zum 15. Kilometer folgte. Am Süffelstand (km 15) gönnte ich mir einen Eistee und fühlte mich immer noch recht entspannt. Ich beschloss, weiterzulaufen. Hier also hätte ich vor ca. 10 Kilometern abzweigen sollen? Na beim nächsten Mal denne. Die Tempoverschärfung meines Schattens ging ich dann in dem zunehmend hügligeren Gelände nicht mit. Vielmehr erspähte ich einen weiteren Läufer, auf den es sich aufzulaufen lohnte.

Am 17. Kilometer traf ich dann 2 der jungen Heißsporne, die nun zum Ziel wanderten. Sie waren scheinbar stinksauer ob der blöden Ausschilderung. Vielleicht hätte man doch noch den einen oder anderen Sägespänepfeil anbringen sollen oder vor die Streckenmarkierung an den Bäumen eine Lupe hängen sollen?

Die Kilometer 18 und 19 verliefen direkt am Ufer des Lübbesee, leider wars ein ständiges Auf und Ab. Für neue Bestzeiten war die sonst recht schöne Laufstrecke wirklich nicht geeignet. Am 20. Kilometer lief ich auf meine “Zielperson” auf. Ich animierte ihn zum Endspurt, doch er war dazu nicht mehr aufgelegt. Also wahrte ich den Schein und zog das Tempo ein wenig an.

Im Ziel wurde ich bereits sehnsüchtig erwartet. Allen schien klar, dass ich einer der Verläufer war. So wurde ich in die 20- er Starterliste umgetragen und konnte noch einen achtbaren 22. Gesamtplatz erreichen. In meiner Altersklasse reichte es leider nur zur Holzmedaille (Platz 4). Da es mir aber nicht um den Platz, sondern vielmehr um das Tempo ging, war ich ganz zufrieden mit mir. Ich hatte die 20,5 km nach 1:34:21 erreicht, was einem 4:35-er Schnitt entsprach.

Da ja an dem Tag alles schief ging, hatte ich natürlich auch meinen Pulser vergessen, so dass ich nix über meine HFmax aussagen kann. Ich fühlte mich aber wirklich super und zeigte auch im hügligen Teil der Strecke keinerlei Ermüdung, trotz des doch recht flotten Anfangstempos.

Die Premiere der neuen Mizuno Precision verlief trotz Alltagssocken, die X-SOCKS hatte ich auch vergessen, zur vollen Zufriedenheit. So erhalten sie dann die Ehre, mich auf meinen ersten Marathon zu begleiten.

Kersten im Ziel

Kersten im Ziel

Nach Dusche und Urkundenempfang ließen wir den Tag in der Naturtherme ausklingen. Eine wirklich schöne Anlage, die der Regeneration sehr zuträglich war. In den folgenden Stunden konnte ich das Erlebte immer noch nicht vollständig verarbeiten.

Pulsgurt vergessen – keine Laufsocken mit – 20,5 statt 10 km gelaufen. Ich hoffe nur, dass diese Tendenz nicht anhält, sonst fahre ich bald zum Lauf und vergesse mitzulaufen … Alles sehr bedenklich.

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Ausflug in die “Berge”

Geschrieben von Nagetier - 28. Juni 2009

Endlich war es soweit. Der langersehnte Halbmarathon war zum Greifen nahe.

Am Freitag Abend reisten wir noch zu einer Zwischenübernachtung nach Jena, um dann am Samstag, nach einem kurzen “Beine lockern” nach Fürth aufzubrechen.

Auch von der Universitätsstadt 2008 waren es noch über 2 Stunden Fahrt. Doch das Wetter meinte es immer besser mit uns, sodass wir auf der Fürther Freiheit bei Sonnenschein ankamen. Die Startunterlagen waren schnell geholt und auch die Marathonmesse war doch eher übersichtlich. Zum späten Mittag gönnte sich das Stavenhagener Runners Team (Anne-Katrin, Björn und ich) ein paar leckere Nudeln. Leider hatte ich keinen Nudelgutschein gekriegt, naja, die 2 € hätten es dann auch nicht mehr rausgerissen.

Am frühen Nachmittag machten wir uns zu unserem Hotel im Ortsteil Dambach auf die Socken. Idyllisch im Wald gelegen, erwartete man uns bereits im Forsthaus Fürth. Wir hatte noch nicht die Füße im Zimmer, brach ein fürchterliches Gewitter über uns herein. Doch nach einem kurzen, und natürlich nur aus sportlichen Erwägungen heraus gehaltenen, Mittagsschläfchen gings noch mal in die Innenstadt. Nach einem leckeren Kaffee im XXL-Format (Cappuchino aus ner “Müslischale”) und einen Kakao für meine Begleiter bummelten wir ziellos durch die Einkaufstraße. Das Abendessen nahmen wir beim Italiener, wo auch sonst, zu uns. Anschließend schleckerten wir noch ein leckeres Eis von emcedonalds. Nachdem wir wieder im Hotel waren, klang der Abend an der Hotelbar mit anschließendem BOX-Fernseh-Abend aus.

Der Morgen des 28. Juni startete für alle etwas anders. Da ich ja laufen durfte, gings halb sechs aus dem Bett, um genügend Zeit zum Frühstücken zu haben. Anne und Björn futterten nach mir. Wir hatten uns diesmal alles mitgebracht. Für 16 € pro Person fürs Frühstück hätten wir ja noch die Stühle mitessen müssen.

Pünklich gings zum Startbereich. Das Thermometer zeigte um 7:45 Uhr aber auch schon 17 °C. Jedoch war es nicht so extrem schwül, wie am Vortag.

Pünktlich um 9:00 Uhr fiel der Startschuss. Ich hatte mich unter den ersten hundert eingereiht und kam auch recht gut durch das Gerangel der ersten 500 m.

Kleine Gerangel am Start

Kleine Gerangel am Start

Als das 1. Kilometerschild auftauchte, zeigte die Uhr 4:18 min. Super, nicht zu schnell losgelaufen, oder? Auch der folgende Kilometer lag im Limit mit 4:21 . Jedoch war mein Puls ungewöhnlich hoch. Nach 2 km schon bei 92 % HFmax. Sicher hatte ich die beschriebene Welligkeit der Laufstrecke unterschätzt. Nachdem die folgenden Teilabschnitte unter 4:30 min/km durchgingen, kam nach km 6 der Hammer. Ich war fix und fertig. Nachdem es mal wieder 20 HM hoch ging, mußte ich verschnaufen. Ich konnte es nicht fassen. Nicht mal ein Drittel der Strecke war geschafft und ich spürte das Hämmern in den Unterschenkeln. Nach der kurzen Trinkpause gings weiter. Auf dem kommenden Kilometer gings wieder 30 Hm hoch. Hört sich ja ansicht nicht schlimm an, doch wenn man das nicht gewohnt ist, geht das verdammt in die Beine. Ich pausierte nach dem Anstieg erneut, um mich dann bis zu unserer vereinbarten Verpflegung, besonders moralisch notwendiger, am Kilometer 10 zu “schleppen”. Ich konnte mir nicht vorstellen, wie ich die restlichen 11 km laufen sollte. Mein vorgegebens Tempo war nicht mehr zu halten, der Kopf spielte verrückt. Doch die Verpflegung von Anne und Björn brachten mein Selbstvertrauen zurück. Ich mußte mein Tempo finden. Da die offiziellen Verpflegungstellen alle 2 Kilometer voneinander entfernt waren, nahm ich diese als Zielpunkte. Wir kamen durch schönen Gegenden mit viel Begeisterung am Straßenrand und an den “Futterstellen”. Jede Trinkmöglichkeit nutzend kämpfte ich mich mit einem 5:15- er Schnitt bis zum 15. Streckenkilometer. Diesen erwartete ich so sehnsüchtig, das ich bereits am 14. nach meinen Begleitern Ausschau hielt. Das Gelände war immer noch ein auf- und ab. Endlich ein flacherer Teilabschnitt bis km 15. “Papa lauf” hörte ich Anne rufen. Ich hatte mich schon gesorgt, das sie unseren vereinbarten Treff nicht erreichen konnten, da ja der Großteil der Straßen gesperrt oder als Einbahnstraße eingerichtet waren.

Ich naschte das GEL, trank von der Cola

Verpflegung am Kilometer 15

Verpflegung am Kilometer 15

und badete im Wasser aus der Trinkflasche.

Dem Laufrock lief ich bis km 19 hinterher, dann überholte ich

Dem Laufrock lief ich bis km 19 hinterher, dann überholte ich

Nur noch 6 km. Irgendwie nahm ich nix mehr bewußt war. Selbst die Trinkflasche wurde nicht GREENPEACE-tauglich entsorgt.

Hau wech die Kiste

Hau wech die Kiste

Bis wir in die Stadt hineinliefen. Eine endlose Gerade zum Verpfegungspunkt 16, an dem es endlich Bananen gab. Ich versorgte mich gehend mit allem notwendigen und dann sockte ich instinktiv weiter. Ich fand endlich ein konstantes Tempo. An der grünen Halle gabs noch mal einen Lichtblick. Lauf auf rotem Tartan durch eine Halle für Großevents. Leider übersah ich in diesem Streckenabschnitt die Kilometerschilder, sodass ich 3 km ohne Zwischenzeiten war. Doch beim 19. Schild könnte ich Bilanz ziehen: 15 min für die letzten 3 Kilometer. Ich sah die Rathausuhr. Es war  kurz nach halb elf. Die innerlich vorgenommene Zeit unter 1:44 war also noch real. Ich freute mich und legte einen Zahn zu. Leider merkte man das nicht in der Zwischenzeit, denn es ging wieder mal aufwärts, geländetechnisch. Ich hatte eine Laufgruppe gefunden, der ich gewachsen war.

Wir umrundeten die Innenstadt und kamen dann endlich um die letzte Kurve. An einigen Läufer, die mich die letzten Kilometer überholten, konnte ich vorbeiziehen. Ich sah den Zielbogen. Noch schätzungsweise 300 m. Die Stimmung war unbeschreiblich. Leider reichte meine Kraft nicht mehr für einen Endspurt. Ich konnte die Uhr sehen. 1:43:xx . Trotz der doch “schlechten” Zeit riss ich die Arme hoch, als ich die Ziellinie überquerte. Ich hatte es noch ganz gut geschafft. Meine Mütze war plötzlich verschwunden, als ich mir genüsslich die Finischer Medaille umhängen lies. Ich suchte meinen “Fanclub”. Da war Anne. Herrlich. Wir  five-ten und umarmten uns. Erste Gedanken wurden ausgetauscht.

Björn musste sich ums Auto kümmern und konnte den Zieleinlauf der Stavenhagener Läufer nicht sehen. Dafür stand er aber in der ersten Reihe bei anderen Finischern aus Meckenburg.

Björn auch im Ziel

Björn auch im Ziel

“Hartmut” hielt die Fahne hoch, auch wenn er über 2 Stunden unterwegs war. Spaß hat es allen gemacht.

emmfau (MV) helau

emmfau (MV) helau

Die Verpflegungsmeile im Ziel nutzte ich ausgiebig – Wasser, Iso, Äpfel, Kuchen, Melone, Erdinger, Proseco – alles was das Herz begehrte war vorhanden.

Nach einer kleinen Stadtrunde fanden wir 3 wieder zueinander und mussten dann 30 Minuten bis zum Hotel reisen. Anne und Björn hatte aber bereits ihre Erfahrungen mit den Straßensperren, sodass wir doch noch ankamen.

Nach weiteren 30 Minuten verließen wir, wie aus dem Ei gepellt, das Hotel und fuhren nach Jena zurück.

Puh … War das ein Lauf. Zumindest weis ich jetzt was welliges Gelände ist und wie echte Bergläufe zu bewerten sind. Alles in allem war die Veranstaltung “das Beste”, was ich je erlebt habe. Nur an der Zielzeit muss noch gearbeitet werden. Mit 1:42:53 belegte ich den 274. Gesamtplatz (1514 Gesamt) und wurde in meiner Alterklasse, der M45 als 43. gezählt. Hier waren 209 alte Herren unterwegs. Urkunde Metropolmarathon 2009 Fürth

Danke wiederum an mein Team vor Ort und natürlich an die zuhause gebliebene Corinna, die meine Trainingseinheiten in Vorbereitung ertragen und erlitten hat.

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