oder
Nur in der Hölle isses noch schlimmer
Ich weis nicht, wie die “Yvonne” dieses mal genannt wurde. Auf jeden Fall herrschte am gestrigen Tage das totale Schneechaos.
Bei morgentlichen Gang zur Brötchenservice, auch Tankstelle genannt, stapfte ich noch durch den 20 cm Neuschnee, den uns die Nacht gebracht hatte.
Als dann endlich die “Sonne aufging”, zog auch ein Unwetter bekannten Ausmaßes über uns herein. Der Schneefall wäre ja noch zu ertragen gewesen, jedoch der Wind oder besser Sturm trug wieder mal zum totalen Chaos auf unseren Straße und Wegen bei. An Laufen war überhaupt nicht zu denken. Selbst die Abholung von Anne musste ausfallen. Unser Hausparkplatz war zugeweht und das Auto ebenso. Der Winterdienst hatte seine Schwerpunkte auch wieder anders als gewünscht gesetzt.
Nach dem Mittag und der kurzen Regeneration war plötzlich und völlig unerwartet alles vorbei. Kein Sturm, kein Schneefall. Sogar Klara lies sich blicken. Ich musste das Zeitfenster nutzen.
Vertrauend auf die erlernten Fähigkeiten der letzten Wochen wollte ich den 10 laDL auf der Jürgenstorfer Runde absolvieren. Bereits nach 500 m ereilte mich das erste “Hinderniss”. 30 cm Schnee auf dem Weg zum Gülzower Damm. Nach meinem ungewollten Lauf-ABS gings besser, YETI sei dank. Als auf den “KAP”- Weg nach Pribbenow abzweigte, ahnte ich es schon. Das oder die, man fährt ja jetzt im Team, Räumenden waren vor der letzten Verwehung hier durchgekommen. Aber es stand noch eine schmale Fahrspur zu Verfügung, an dessen Rändern sich der Schnee bis zu 50 cm auftürmte. Durch Neubauhof konnte ich gar nicht laufen. Hier gabs keinen geräumten Weg. Auch am letzten Haus Pribbenatiens war die Freilegung des Fahrwegs beendet: Rottmannshagen war nur duch bis zu 80 cm hohe Schneewehen zu erreichen. Also folgte ich der Dorfstraße immer Richtung Zwergenwald. Hier konnte man mehr oder minder gut rutschen.
Meine beiden Komplementäre Puls und Pace passten natürlich nicht so ideal. Man merkt dann schon den Unterschied, den das Laufen mit Spikes ausmacht. Als ich endlich die Warener Straße erreicht hatte musste ich auch meine Hoffnung auf eine schneefreie Bundesstraße begraben. Heute war alles chaotischer und durch die Einsatzkräfte scheinbar nicht adhoc zu bewältigen. Da Fußwege zu 50 cm hohen Schneepodesten mutiert waren, blieb mir nur die Straße. Einige Autofahrer hatten was gegen meinen Weg und äußerten sich hupend: Patten.
Nach 1:01:18 Std. war ich wieder zuhause und hatte dabei 10,25 km ge-spikt. Meine Muskulatur war merklich angespannt, durch die harte Besohlung. Doch was willste machen. Die Ankunft in der Wohnung ging mit der Mitteilung einher, das ich heute gar nicht laufen musste, sondern gestern.
Verdammte Axt: 6 Wochen Training und 2 mal versagt. Glücklicherweise beginnt am Montag der neue, der einzig wahr Plan: der Marathonplan. Endlich gibts wieder vernünftige Umfänge.
Durch das Aufbautraining und den nun absolvierten 10km- Tempo-Trainingsplan sind die Umfänge doch in ungeahnt niedrige Dimensionen abgerutscht. Das soll jetzt anders werden und sicher sind die 300 Monats-Kilometer jetzt wieder Standard. Ausdauer wird nun mal durch Ausdauertraining erzeugt.
Heute ist ja eigentlich ein 10-er Testwettkampf dran, doch der wird wohl dem Wetter zum Opfer fallen. Wir wissen ja alle, das ich die Zielzeit jetzt erreiche.
Sicher werd ich heut Nachmittag ein kleienes Tempospiel einstreuen, um einen würdigen Abschluss zu finden.





